Home Pressestimmen Details - Telegramm an Lehrer Zilles

Pressestimmen

Telegramm an Lehrer Zilles

Telegramm an Lehrer Zilles
Artikel vom:
10.11.2012
Quelle:
Wormser Zeitung
Kategorie:
Sonstige Artikel

Article Content

Von Gunter Weigand

POSTGESCHICHTE Rarität von 1899 bereichert Ausstellung in der Pfiffligheimer Sparkassen-Filiale

Die Art der Kommunikation hat sich im Lauf der Geschichte drastisch gewandelt. Sind heute E-Mails innerhalb von Sekunden beim Adressaten, mussten die Menschen früherer Zeiten Tage oder gar Wochen auf einen Brief warten. Die Post war früher die einzige Möglichkeit, sich mit weiter entfernt wohnenden Menschen auszutauschen, wenn man sie nicht direkt aufsuchen wollte. In den Räumlichkeiten der hiesigen Sparkassen-Filiale ist nun eine von Heinrich Stauffer zusammengetragene Ausstellung zu sehen, die die Postgeschichte in Pfiffligheim dokumentiert.

"Ja, bei der Post geht's nicht so schnell", zitierte Bereichsleiter Frank Fludra spaßeshalber in seiner Begrüßung aus dem populären Lied, das die Christel von der Post in Carl Zellers Operette "Der Vogelhändler" bei ihrem ersten Auftritt singt. Ein zarter Hinweis darauf, dass in früheren Jahrzehnten tatsächlich Geduld gefragt war, wenn man auf wichtige Post wartete. Die stetige Entwicklung von ersten privaten Postunternehmen bis hin zur Deutschen Post mit ihrer flächendeckenden werktäglichen Zustellung sei in dieser Ausstellung am Beispiel Pfiffligheims nachzuvollziehen, ergänzte Fludra.

Ein Stück Heimatgeschichte

Hocherfreut zeigte sich Pfiffligheims Ortsvorsteher Theodor Cronewitz, der gleichzeitig auch Vorsitzender des Pfiffligheimer Heimatvereins ist, dass diese Ausstellung so schnell und unkompliziert realisiert werden konnte: "Wir sind glücklich, dass wir dieses wichtige Stück Heimatgeschichte nun dokumentieren können."

Die Ausstellung zeigt Briefe, Telegramme und weitere Dokumente, die zeigen, auf welche Art man früher postalisch verkehrte. Zusammengetragen wurden die Ausstellungsstücke von Heinrich Stauffer, dem stellvertretenden Vorsitzenden des Vereins für Postgeschichte in Rheinhessen. Eines der für Pfiffligheim interessantesten Exponate betrifft ein Telegramm mit einem Briefkastenstempel aus dem Jahre 1899, das an den legendären Lehrer Zilles gerichtet ist und aus der Sammlung des Vereinsvorsitzenden Manfred Hinkel stammt. Begonnen hat für den Sammler Stauffer die Leidenschaft vor gut 40 Jahren, als der Wormser zum ersten Mal einen Sonderstempel in die Hände bekam. "Das war wie ein Virus, ich kam nicht mehr davon los", erinnert sich Stauffer an die Anfänge seiner Sammelleidenschaft, die bis zum heutigen Tag anhält.

Unter den Besuchern der Ausstellungseröffnung waren nicht nur Mitglieder des Heimatvereins aus dem benachbarten Hochheim, sondern auch der Beigeordnete Hans-Joachim Kosubek. Er bewertete die Ausstellung als bedeutsam, da die Poststellen früher auch ein wichtiger Kommunikationsort für das dörfliche Leben gewesen seien. Damit werde auch ein Stück Sozialgeschichte erfahrbar.

 

Link zum Originalartikel: http://www.wormser-zeitung.de/region/worms/stadtteile/pfiffligheim/12579881.htm